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Wie man vortäuscht, ein Verzeichnis zu sein.
Unter den Index-Spammern hat sich herumgesprochen, dass Google zur Zeit Verzeichnisse (mit vielen Links
nach draußen) bevorzugt.
Also was macht man? Man “klaut” die Seite von Google mit den ersten 100 Ergebnissen für das Keyword, an
dem man besonders interessiert ist.
In diesen Inhalt und unter diesen Inhalt kommen dann noch ein paar Links zu den Sites, die man besonders
nach vorn bringen will.
Und dann freut sich der Spammer, dass Google so doof ist, das nicht zu merken. Die Sache hat nur noch
einen kleinen Haken: Auf der Pseudo-Google-Ergebnis-Seite sind auch noch viele Mitbewerber! “Wie können wir verhindern, dass der Besucher dort hingeht?” Fragt sich der schlaue Index-Spammer. Schließlich will der
Spammer ja seine eigene Site promoten und nicht die Mitbewerber!
Kein Problem: Einfach ein kleines Script in den Quellcode der Seite kleben:
<script>
if (parent.frames.length==0)
//CHANGE "index.htm" to the URL of your main frame page
window.location.replace("index.html")
</script>
Und schwupps: ist der Besucher auf einer anderen Seite, auf der dann natürlich die Adressen der
Mitbewerber nicht mehr auftauchen! Die automatische Weiterleitung (automatic re-direct) ist so schnell, dass man den ganzen Vorgang mit bloßem Auge nicht mitbekommt. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass die
lieben Mitbewerber es nicht mitbekommen! Denn die würden sich dann vermutlich bei Google beschweren. Zwar ist bekannt, dass Google’s Spam Police chronisch überbeschäftigt ist und Google lieber den Algorithmus
ändert, als per Hand schwarze Listen zu erstellen. Doch in besonders dreisten Fällen, kann es schon ‘mal passieren, dass es selbst Google zu viel wird und Google-Mitarbeiter per Hand den Spammer “aussortiert”.
Darauf hoffen alle Mitbewerber des Spammers, denn: Wer ist schon gern der Dumme? “Der Ehrliche ist immer der Dumme”: Dieser Spruch stimmt zwar kurzfristig, aber früher oder später erwischt es alle, die es
übertreiben.
Wie kann man sich gegen den Spam in der oben beschriebenen Art wehren?
- Vermutlich juristisch: Ist zwar sehr aufwendig, aber das Wettbewerbsrecht ist eines der strengsten Aspekte unserer Gesetzgebung. Eine Abmahnung durch einen Rechtsanwalt
kostet richtig Geld. Fragen Sie doch einmal Ihren Rechtsanwalt, ob hier nicht mindestens zwei Tatbestände vorliegen:
- eine Copyright-Verletztung, denn offenbar werden die die Ergebnisse von Google einfach übernommen.
- unlauterer Wettbewerb, weil man den Benutzern von Google nicht das zeigt, was man Google “vorgaukelt” und das mit einem klar erkennbaren Nutznießer dieser Manipulation.
Es gibt immer noch Geschäftleute, die glauben, dass im Internet ein rechtsfreier Raum ist. Das stimmt
natürlich nicht. Es gibt eine ganze Reihe von Urteilen in diesem Zusammenhang und auch die Richter lernen dazu.
- Google selbst bietet ein Formular an, wo man sich beschweren kann:
http://www.google.de/webmasters/spamreport.html Dort werden verschieden Spam-Methoden abgefragt, und man kann angeben, was einen an bestimmten Seiten stört:
Problematische Vorgehensweise(n) (alle zutreffenden markieren): Verborgener Text oder Links Irreführende oder sich wiederholende Wörter
Die Seite stimmt nicht mit der Beschreibung von Google überein Cloaking Irreführende Umleitungen Brückenseiten Doppelt vorhandene Sites oder Seiten Sonstige (bitte angeben)
Aber, wie gesagt, man sollte nicht vergessen, dass Google nicht daran interessiert ist, per Hand die
eigenen Suchergebnisse zu säubern, sondern Google will alles automatisieren. Es kann also passieren, dass man Google mit Hilfe des Spamreport - Formulars einen Tipp gibt, und dann passiert gar nichts. Aber dann,
zwei Monate später, ist plötzlich der Algorithmus von Google so geändert, dass der Spammer “Weg vom Fenster” ist. Google beobachtet besonders die Porno- und Glücksspiel-Anbieter sehr genau. Da wird im Internet das
große Geld verdient und da werden auch die neuesten und aufwendigsten Index-Spam-Techniken eingesetzt.
Ich bin ganz sicher, dass Google sehr genau weiß, dass es jede Menge “Pseudo-Verzeichnisse” im Internet
gibt, die die Ergebnisse von Google einfach kopieren und dann noch einmal präsentieren. Da ja Google glaubt, relevante Ergebnisse zu liefern, werden alle, die Google-Raubkopien anbieten, in Google relativ gut
plaziert werden. Vorläufig. Aber man muss kein Hellseher sein um vorherzusagen: Demnächst werden alle unechten Verzeichnisse nicht mehr unter den ersten 100 Plätzen von Google zu finden sein.
PS: Wie kann ich erkennen, ob eine automatische Weiterleitung vorliegt? Klicken Sie hier!
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